Vollständige Version anzeigen : Bildebearbeitung: Anfängerfragen zu Bildschirm, Ausdruck etc.
Liebe Wissende!
Als Digital-Neuling hab ich derzeit erstmal folgende Hauptprobleme, und jeweils eine Frage ans werte Forum:
1) Neigung zum Horten und Sammeln, den Speicherplatz ist billig. Als ich noch Hard-Copy Fotos machte, hab ich mir von einem 35er Film höchstens 3-5 Bilder aufgehoben. Den Rest hab ich einfach wegeworfen, weil auf den ersten Blick als Schrott erkennbar. Jetzt verbring ich teilweise recht viel Zeit mit Versuchen, aus einem an sich eher schlechten Bild noch was "rauszuholen" (die liebe Software).
Wie diszipliniert ihr euch da?
2) Grobe Neigung zum "Übersteuern": Geht wohl vielen Anfängern so :-). Die viiiiiieeeelen Regler, Schieber und Buttons reizen einfach zum "wilden Herumregeln". Der Effekt ist, wie mir bei Betrachtung meiner bearbeiteten Bilder mit 1-2 Tagen Abstand scheint, dass ich's mit Kontrast, Helligkeit etc. gerne etwas zu gut meine.
Welche Lernkurve hat 's da bei euch gegeben?
[Ich benutzte die Freeware XnView. Kennt jemand eine gute Einführung in XnView?]
3) Ich benutze einen Flachbildschirm von hp. Von der Technik her sind Flachbildschirme wohl gar nicht in der Lage, die Farben der Fotodateien in ihrer tatsächlichen Tiefe und Vielfalt gut darzustellen (bei meinem ist das zumindest so).
Ich hab mir jetzt mal eine bearbeitete Foto-Datei vom Fachhändler ausarbeiten lassen. Das Hard-Copy Bild war irgendwie (noch*) viel "aufdringlicher" als es am Bildschirm erscheint
Wie berücksichtigt ihr die Schwächen der Farbwiedergabe des Bildschirms bei der Bildbearbeitung?
*siehe Pkt. 2 ;)
lG, Silvus
FREEWOLF
05.05.2008, 07:45
Ich kann Dir nur mein persönliches Vorgehen mitteilen:
Ich arbeite grundsätzlich mit RAW's weil ich damit die beste Basis habe. Als Erstes erstelle ich einen Ordner mit dem Thema des Shotings (z.B. PARIS) in den schaufle ich dann alle Karten. Die Bilder lasse ich zur Sicherheit für den Moment noch auf den Karten und beginne den Ordner in Rohzustand mit ACDSee Pro zu durchforsten. Ich mache eine erste Grobselektion und schmeisse alle Bilder die schlecht sind oder mir nicht zusagen raus. Da ich sehr oft Belichtungsreihen oder bei kritischen Verhältnissen Mehrfachaufnahmen mache entscheide ich mich in diesem Falle für das beste Bild die anderen gehen in den Kübel.
Wenn ich den RAW Ordner fertig selektioniert habe benenne ich alle Bilder in das entsprechende Thema um und lege sogleich eine Kopie auf der 2. Festplatte und ein Backup auf der Externen (läuft nur beim übertragen) ab. Dann sind die Karten wieder frei und ich beginne mit dem Konvertieren der RAW's in einen JPG Ordner. Damit ich nicht zuviel "Müll" auf der Arbeitsplatte habe wird dann der RAW Ordner gelöscht da er ja 2 fach als Sicherheit vorhanden ist und ich beginne mit CS die Bilder zu bearbeiten. Wärend dieser Bearbeitung entdecke ich dann immer iweder Bilder die mir gar nicht mehr zusagen oder die technisch schlecht sind. Diese bezeichne ich (lacht nicht :)) indem ich ein Viereck ausschneide und sie speichere weil ich die neu bezeichneten Bilder immer in Stapeln von 25 bearbeite bleibt so die Reihenfolge erhalten wenn ich anderntags weitermache. Am Schluss lösche ich diese gut sichbaren Bilder und schreibe den ganzen Block noch einmal um und é voila ich habe die Bilder die gut und wertvoll sind fertig bearbeitet. Von dem JPG Ordner wandert eine Kopie nach und nach auf die 2. Platte (Bildarchiv) und am Schluss ein Backup zum RAW Ordner auf die Externe so habe ich immer eine Sicherheit für die fertigen Bilder wenn im Bearbeitungsordner mal was passieren würde. Den RAW Ordner im Bildarchiv brenne ich bei sehr wichtigen Bildern noch auf eine DVD und lösche ihn dann von der Platte so habe ich immer eine schlanke Systemplatte und dasselbe beim Bildarchiv und nur gute Bilder die lohnenswert sind abgelegt zu werden ......
FREEWOLF
05.05.2008, 11:58
Da bin ich nochmal ;) heute viel zu tun nach 4 Tagen Paris.
Zu den Reglern und Schiebern ich würde sie an Deiner Stelle wie folgt benutzen:
- Nicht alles durcheinander sondern einzelne Parameter verändern und die Wirkung auf das Bild beobachten
- Auswirkungen von EBV lassen sich am besten betrachten wenn Du dazu einen 100% Ausschnitt auf den Monitor nimmst
- Erst wenn Du die Wirkung der einzelnen Parameter und deren Zusammenspiel kennst werden sie Dir zu Werkzeugen werden welche Deine Bilder positiv beeinflussen.
- Vergleiche eine Bearbeitung immer mit der natürlichen Sehweise im Hinterkopf und so wirst Du schnell herausfinden wann eine Arbeit unecht wirkt oder die EBV übetrieben wurde.
Zu all dem gehört natürlich ein Monitor der zeigt was den Tatsachen entspricht dies ist ohne Geld zu investieren Möglich hier (http://forum.olympioniken.de/showthread.php?t=433) findest Du eine sehr gute Anleitung und die entsprechenden Hilfsmittel dazu.
Lieber Freewolf,
danke für deinen ausführlichen Beitrag!
Da ist schon auf den ersten Blick einiges für mich dabei :)
ACDSee werd ich mir mal anschauen, denn mit der Olympus-Software die auf CD dabei war bin ich nicht so glücklich.
das Link zur Kalibrierung wird noch heute genutzt
Und auch den Trick mit dem ausgeschnittenen Viereckim Bild werd ich übernehmen. Der Nutzen liegt ja auf der Hand! Schon in der kleinen Voransicht ist klar erkennbar was Müll ist und was (noch) nicht.
Dank und Gruß aus Wien
Silvus
jensen02
05.05.2008, 20:42
Mit der Zeit wird sich dein Blick für gute Bilder schärfen und auch mit der Bildbearbeitung wirst du dich mit der Zeit einfummeln, es ging mir auch nicht anders. Als Bildbearb.programm kann man CS3 sehr empfehlen, aber es ist nur
mit sehr viel Übung und mit Hilfe von den HeftCDs zB. Chip Foto zu erlernen (also für mich gesprochen). Man kann sicher auch teure Kurse besuchen aber ich habe mir soweit alles ;) selbst beigebracht. ACDSee ist auch gut und vor allem um einiges billiger.
Gruß Jens
Als Bildbearb.programm kann man CS3 sehr empfehlen
Nur der Vollständigkeit halber: das Kürzel CS3 steht für die Creative Suite 3, nicht für Photoshop allein! Photoshop CS3 bedeutet eben, dass es sich um die Version von Photoshop aus der aktuellen Produktreihe handelt. Die komplette Suite umfasst neben Photoshop noch eine ganze Reihe anderer Programme, habe hier z.B. die CS3 Master Collection neben mir stehen, da sind noch InDesign, Illustrator, Acrobat, Flash, Dreamweaver, Fireworks, Contribute, After Effects, Premiere Pro, Soundbooth und Encore enthalten - und die brauchts garantiert allesamt nicht, um Fotos zu bearbeiten ;)
Jaja, ich weiß schon, mag nach Haarspalterei aussehen - aber verkauft mal eine komplette Suite in einem einschlägigen Fotografieforum (blau, öhöm...) oder in der Bucht, ich geb euch mein Wort drauf, dass mindestens drei so Helden ankommen und euch auf euren ach so unverschämten Preis hinweisen, Photoshop wäre ja neu sogar noch viel günstiger. Und das ist dann der Punkt, ab dem man Haare spaltet ;)
So, und nun nommal zum eigentlich Thema des Threads: zur Verwaltung und für die Anpassung von Sättigung, Kontrast etc. meiner Aufnahmen verwende ich Adobe Ligthroom, erst für aufwendigere Retuschen - also meinetwegen das Geradebiegen einer Nase, wenn das denn mal sein muss - wird dann Photoshop angeworfen. Sämtliche Regler verleiten nat. sehr schnell dazu, ein wenig herumzuspielen - gerade in Lightroom ist die Gefahr auch sehr groß, weil hier wirklich sehr viele Regler zu sämtlichen Parametern allzu verlockend nebeneinander liegen. Hier hilft wohl nur genug Selbstdisziplin, weniger ist und bleibt eben doch oft einfach mehr. :)
Zu der Display-Problematik: du hast recht, gerade bei günstigeren TFT-Bildschirmen ist der Farbraum aufgrund der dort verbauten TN-Panels mitunter doch arg eingeschränkt und die Farbechtheit nicht unbedingt gegeben. Hier kann das regelmäßige Kalibrieren des Bildschirms allerdings auch schon wahre Wunder wirken - und ist somit sehr zu empfehlen, eigentlich in unserer Branche unumgänglich. Mit den EyeOne-Geräten habe ich hier schon gute Erfahrungen gemacht.
Alternativ gibt es sicher auch Displays mit besser geeigneten Panels (in den 24"er iMacs sind z.B. auch keine TN-Panels verbaut, mein neuer kommt Ende dieser Woche - Vorfreude!! ;) ), wobei man hier dann preislich auch schon wieder in ganz andere Regionen vorstößt - 1200eur aufwärts sind da dann keine Seltenheit mehr.
Zum Bildbearbeitungsprogramm: Es muss nicht gleich Photoshop CS2/CS3 sein, die Elements-Reihe reicht meiner Meinung auch für anspruchsvollere Hobbyfotographen aus. Hab selber Elements 6.0 & bin sehr zufrieden :)
Zum Bildbearbeitungsprogramm: Es muss nicht gleich Photoshop CS2/CS3 sein, die Elements-Reihe reicht meiner Meinung auch für anspruchsvollere Hobbyfotographen aus. Hab selber Elements 6.0 & bin sehr zufrieden :)
Ganz Deiner Meinung, habe dazu auch noch das gleichnahmige Buch von Galileo bestellt, was ich nur empfehlen kann. Dem Buch verdanke ich einiges an Zeitersparniss, da es sehr übersichtlich ist und gut beschreibt.
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